Deutschland Wintersport

Langlaufen mit Kinderanhänger

Als ambitionierte Ausdauersportler lieben wir im Winter das Langlaufen, klassisch sowie skating. Für uns ist es ideal unter der Woche abends an einer Wiesenloipe eine kleine Sporteinheit einzulegen und am Wochenende in weiter entfernte Loipengebiete zu fahren. Naheliegend, dass wir unseren präferierten Wintersport auch als Familie beibehalten wollten. Doch wie gut funktioniert Langlaufen mit einem Kinderanhänger?

Ausrüstung

Eltern werden an dieser Stelle schmunzeln – denn wie meist im Familienleben wurde erstmal der Fuhrpark erweitert. Zu unserem Thule Chariot Cross Multisport-Anhänger haben wir das passende Cross-Country Skiing Kit angeschafft. Es ist tatsächlich sehr leicht in ein paar Minuten anzubringen.

In den Kinderanhänger hatte ich bereits für das Radfahren eine alte Yogamatte als zusätzliche Bodenmatte gelegt um die Kälte von unten sowie den Dreck etwas aufzuhalten. Dies ist für den Wintersport dringend nötig, dazu benötigt ihr noch einen dicken Lammfellsack für die Kinder.

Bezüglich der Bekleidung gilt wie bei den anderen Wintersportarten: Wollunterwäsche, ein guter Schneeanzug und vernünftige Schneeschuhe sind lohnenswerte Anschaffungen. Weiter eine Skibrille, Sonnencreme und Snacks für Kinder – denn frische Luft macht hungrig. Los geht’s.

Ort & Zeit

Meine Empfehlung ist es selbst als gute Langläuferin auf einfachen Wiesenloipen zu starten um das Langlaufen mit Kinderanhänger auszuprobieren. Es lohnt sich auch am Berg immer kurze Touren zu wählen, damit kleine Pausen möglich sind. Ein wichtiger Bonuspunkt sind dabei Hütten in denen sich die Kinder aufwärmen und bewegen können.

Wir sind meist early birds, daher packen wird das Auto abends um morgens früh stressfrei startklar zu sein. Für einen späteren Start im Tag hat es sich ausbezahlt schattigere Loipengebiete zu wählen, damit der Schnee nicht zu matschig ist. Je nach Tourendauer kann man den späten Nachmittag dann wieder zu Hause ausklingen lassen, was für die Kinder auch wieder schön ist.

Technik

Vorweg: es ist essentiell eine gute und sichere Langläufer*in zu sein. Der Bauchgurt des Skiing Kits hat einen ausgesprochen guten Tragekomfort und an die Zuglast beim Langlaufen mit Kinderanhänger haben wir uns beide schnell gewöhnt. In der Ebene ist es völlig problemlos und kleinere Hügel konnte ich auch noch gut meistern; der Anhänger ist als 1er sowie 2er Modell sicher und schlingert nicht. Bei weiteren Höhenmetern habe ich den Thule allerdings an Dennis abgegeben, da dies schon -je nach Steigung- schnell sehr anstrengend ist. Außerdem hat der Anhänger mit Kindern bei der Abfahrt eine grosse Schubkraft mit der man auch umgehen können muss. Wie gesagt – auch wenn der Thule in den Abfahrten spurstabil ist, muss man ein guter Langläufer*in sein um damit sicher aktiven Wintersport betreiben zu können.

Fazit

In der Wintersaison 19/20 war unsere Tochter Klara ein knappes Jahr alt, so dass sie vormittags ein Schläfchen und eine Mittagspause gemacht hat. Daher sass sie idealerweise gerne im Thule. 20/21 hat sie dies nicht mehr gebraucht und war von längeren Anfahrten im Auto dem darauffolgenden Thulesitzen nicht mehr begeistert. Sie war schneeverrückt und viel lieber selber Schlittenfahren. Somit waren wir im Wechsel alleine Langlaufen oder mit Klara Rodeln; der Schichtbetrieb hat in dem Winter für uns am besten funktioniert. Ein Jahr später 21/22 legte ich nach dem zweiten Kaiserschnitt eine Langlauf-Pause ein. Außerdem fand ich Aufwand & Ertrag mit Kleinkind und Baby an der Loipe nicht lohnenswert. In der Saison konnte sich Dennis alleine auf den Loipen austoben und hat seinen aktiven Wintersport im Alleingang genossen.

Mein Fazit ist, dass Langlaufen mit einem ca. einjährigem Kleinkind gut funktionieren kann, danach haben wir allerdings auf Loipen-Schichtbetrieb umgestellt und kurz darauf das Thule Skiing Kit verkauft. Ich habe mich gefreut als Familie auf den Loipen zusammen unterwegs zu sein, doch gibt es für uns geeignetere Wintersportarten wie Winterwandern und Rodeln.

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