Deutschland Wandern

Brünnsteinhaus – unser Klassiker für die Nordlichter

Besuch aus dem hohen Norden hat sich angekündigt, wir freuen uns wahnsinnig! Das dazugehörige Wander-Wochenende in Tirol ist gebucht, wir möchten unsere Nordlichter in unsere Bergwelt entführen. Ooops, dann ändert Corona wieder einmal unsere Pläne. Die Hütte hat nämlich geschlossen. Risikogebiet.

Vorneweg: die kleinen Nordlichter waren wirklich noch nie wandern, sind aber ganz besessen von der Idee Gipfel zu erklimmen. Also muss schnellstens ein Ersatz gefunden werden. Wir müssen ja garnicht über die Grenze fahren um unseren Familienspass zu haben. Denn auf unseren Ganzjahres-Klassiker ist immer Verlass. Der Berg ruft – heute ist es nun der Brünnstein.

Ein pragmatischer Regenstart zum Brünnsteinhaus

Das Wetter ist mies regnerisch und fies kalt, was meine Freundin be­mer­kens­wer­ter­wei­se nicht von der Hüttentour abhält. Mama möchte wandern. Kurzer Check: Regenjacken mit Kapuze und warme Socken fehlen. Ein kurzer Einkaufs-Stopp: „Welche Jacke möchtest du? Blau oder blau?“ Ich muss laut lachen. Pragmatismus ist am Berg immer richtig, ich liebe schnelle Lösungen.

Heute starten wir die Tour zum Brünnsteinhaus von der Rosengasse. Von hier aus haben wir weniger Höhenmeter aber maximalen Spaß für Bergneulinge. Gleich zu Beginn erwartet uns ein Eltern-Highlight: keine 10 Meter gelaufen und der Junge möchte nicht mehr wandern. Kurze Schockstarre bei uns Müttern, dann motivieren wir schrittweise gemeinsam. Und oh Wunder – sobald es von dem breiten Forstweg auf einen spannende Wanderpfad geht läuft er uns allen davon, der süße Abenteurer. Er liebt es und ist nicht mehr zu halten.

Hut ab vor meinen grossen kleinen Helden. Für ihre erste Wanderung meistern sie die Strecke mit Bravour. Klaro, streckenweise wechselt Begeisterung mit null-Bock Phase im Minutentakt, aber wir bekommen es gemeinsam hin. Und ja, teilweise ist eine Herausforderung die unterschiedliche Bedürfnisse von einem Schul-, Kindergarten- und Kleinkind unter einen (Regen-) Hut zu bekommen. Und das auch noch bei teils starkem Dauerregen, nassen Füßen und kalten Rutschpartien. Das normale Leben macht auch am Berg einfach keine Pause. Und trotzdem – mir geht das Herz auf die begeisterten Kinder in der Natur zu beobachten und ihren lustigen Erzählungen zu lauschen.

Hüttenübernachtung mit Kindern im Brünnsteinhaus

Irgendwo mitten in den Regenwolken steuern wir auf das Brünnsteinhaus der DAV Sektion Rosenheim zu; den Gipfel und das umliegende Bergpanorama scheinen sie dauerhaft verschluckt zu haben. Das letzte Stück wandern wir sprichwörtlich auf Wolken und sind unglaublich stolz auf uns als wir unser Ziel erreichen. Sobald die grossen Kinder über die Schwelle in die warme Stube treten bestellen sich ihren versprochenen Almdudler. Die Belohnung haben sie sich wirklich verdient.

Das Regen und angekündigte Schneefall lies andere Wanderer im Tal ausharren, daher ist es heute noch leider noch leerer als im mittlerweile normalen Corona-Alltag. Aber wir wissen, dass wir hier als Familie in allen Zeiten gut aufgehoben sind. Denn das Brünnsteinhaus der DAV Sektion Rosenheim ist als kinderfreundliche Hütte des DAV ausgezeichnet worden. Das bedeutet, dass die Lage und die Ausstattung mit Spielplatz & Co besonders für Familien geeignet sind. Wir kommen gerne auf ein weiteres Berg-Abenteuer mit Hüttenübernachtung zurück!

Schnee im Herbst – der Rundweg mal anders

Beim Frühstück flippen die Stadtkinder vor Freude aus. Schnee! Moment mal – meint ihr den flockigen Regen? Während sich die Kinder ihre Nasen am Fenster plattdrücken merke wie winterverwöhnt ich in meiner neuen Heimat geworden bin. Schnee im Oktober? Wir überdenken die Route, die kids sind gestern im Regen ganz gut gerutscht. Klar würden wir es retour zur Rosengasse schaffen, aber Sicherheit geht vor. Aufteilen wollen wir uns nicht, dafür sehen wir uns einfach zu selten. Gemeinsames Erleben verbindet schliesslich.

Also gehen wir geschlossen den breiten einfacheren Forstweg zur Mühlau runter, mal langsamer, mal schneller, mal garnicht. Später werden wir einfach ein Taxi zum Auto in der Rosengasse nehmen, ein Rundweg auf die andere Art.

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